Einlagen in Sicherheitsschuhen

Wer trägt die Kosten für orthopädische Zurichtung bzw. Einlagen in Sicherheitsschuhen?

Ergibt nach FASI (Fachvereinigung Arbeitssicherheit) eine Gefährdungsbeurteilung, dass für den betreffenden Arbeitsplatz Sicherheitsschuhe zu tragen sind, hat der Arbeitgeber diese dem Beschäftigten kostenlos zur Verfügung zu stellen. Allerdings trägt der Arbeitgeber nur die Kosten für Sicherheitsschuhe (gem. DIN EN ISO 20345) oder Schutzschuhe (gem. der DIN EN ISO 20346), die er auch für Beschäftigte ohne Fußbehinderung aufwenden muss.

Wer die darüber hinaus gehenden Kosten (z. B. für Schuhzurichtungen oder Einlagen) übernimmt, ist davon abhängig wie die körperliche Einschränkung des Beschäftigten entstanden ist (z. B. durch Arbeitsunfall oder angeboren). Ist sie auf einen Arbeitsunfall zurückzuführen, übernimmt der Träger der Unfallversicherung die erforderlichen Kosten. Bei den angeborenen bzw. anderweitig erlittenen Fußbehinderungen können die Kosten von den Trägern der gesetzlichen Rentenversicherung, der Bundesagentur für Arbeit, den Trägern der Kriegsopferversorgung und Kriegsopferfürsorge, den Integrationsämtern, den Trägern der Sozialhilfe oder aber vom Arbeitgeber übernommen werden.

 

Warum so kompliziert?

Die Krankenkasse ist für die Kosten der Schuhzurichtung als auch für die Einlagen, die für Sicherheitsschuhe erforderlich und zugelassen sind, nicht zuständig.

(Orthopädische) Einlagen dürfen in Sicherheitsschuhen auch nur getragen werden, wenn diese vom Schuhhersteller freigegeben sind. Ansonsten besteht auch hier die Gefahr, dass der Schuh nicht mehr den Sicherheitsanforderungen entspricht, insbesondere können die elektrische Leitfähigkeit sowie der Freiraum der Zehen unter der Schutzkappe meistens nicht mehr gewährleistet werden.

Gemäß DGUV (Deutsche Gesetzliche Unvallversicherung) müssen die zur Verfügung gestellten Sicherheits- oder Schutzschuhe die CE-Kennzeichnung besitzen. Es ist daher nicht mehr ohne weiteres gestattet, vorhandene Sicherheitsschuhe für spezielle Bedürfnisse zuzurichten; z. B. Erhöhung eines Absatzes durch eine Orthopädieschuhmacherei bei unterschiedlich langen Beinen eines Beschäftigten. Die Baumusterprüfung des Herstellers erlischt sonst und der Schuh darf nicht mehr als Sicherheitsschuh benutzt werden.

 

Oft gestellte Fragen zu Einlagen in Sicherheitsschuhen!

 

Darf ich meine normalen orthopädischen Einlagen in meinen Arbeitsschuh /Sicherheitsschuh legen ?

Nein! Ist eine Einlage oder das verwendete Material nicht mit einem Schuh zusammen zertifiziert, so erlischt die Sicherheitsklassifizierung. Ebenfalls könnte die Knautschzone der Stahlkappe eingeschränkt sein oder die Antistatik ist nicht mehr vorhanden -  Dies bedeutet, das bei einem Arbeitsunfall eine Teilschuld für Sie besteht.

Lassen Sie sich bei orthopädische Einlagen für Arbeitsschuhe vor Ort genau beraten! Sollten Sie sich nicht sicher sein, holen Sie noch eine 2. Meinung ein


Kann ich in meine Arbeitsschuhe vom Baumarkt holen ?

Hier gilt: Sicherheit geht vor! Billige Hersteller haben meist keine BGR191 Zertifizierung durchführen lassen. Ausserdem sollten sie auf die CE Kennzeichnung achten.

Fragen Sie bei Ihrem Fachhändler vor Ort, Ihrem Orthopädieschuhmacher oder beim Hersteller nach, ob es hierfür Ihr Modell Zertifizierung nach BGR 191 gibt. Sollte dies nicht der Fall sein --> Finger weg.

 

Ich habe mir eine Einlegesohle im Supermarkt gekauft, die warm hält !

Auch hier gilt: Alles was nicht mit dem Schuh zertifiziert ist, darf nicht hinein.
Die Antistatik könnte nicht mehr vorhanden sein - Dies bedeutet, das bei einem Arbeitsunfall eine Teilschuld für Sie besteht.

 

... und so gehen Sie am Besten vor.

  • Ihr Betrieb bescheinigt die Notwendigkeit des Tragens von Sicherheitsschuhen
  • Ihr Betriebsarzt oder behandelnde Orthopäde bescheinigt die Notwendigkeit des Tragens von orthopädischen Einlagen
  • Sie kommen mit den Bescheinigungen und Ihrem Arbeitsschuh bei uns vorbei
  • Wir prüfen, ob wir für Ihr Schuhmodell baumustergeprüfte orthopädische Einlagen anfertigen können
  • Wir erstellen für Sie einen Antrag mit Kostenvoranschlag. Sie reichen diesen persönlich beim in Frage kommenden Kostenträger ein.